21.01.2026, Mittwoch

8 Länder – 7 Monate – 1 Traum: Tag 128 von ca. 200 Tagen
Kontakt: g@schabus.info

MA: Tafraout > MA: Tafraout
0 Tageskilometer, 8.667 Gesamtkilometer (davon 2.861 in Marokko)
Min.-Temp. 4, Max.-Temp. 12°, ca. 1.000 m über dem Meer
Sonnenaufgang 08:29 Uhr, Sonnenuntergang 19:05 Uhr
Wetter: sonnig und wolkenlos. Schwacher Wind, relativ kalt.

Frisch isch…., der Tag beginnt recht kalt. Auch heute wieder. Aber es wird schnell warm und es ist windstill. So war es gestern und vorgestern und so ist es auch heute.
Nochmals den ganzen Tag die Sonne genießen, morgen dürfte es mehr Wolken geben und so mache ich anstatt der geplanten Wanderung nochmals eine Rad-Tour.
Kurz nach 10:30 Uhr starte ich, fahre am Napoleons Hut vorbei und stetig steigt die Straße an. Unterwegs gibt es eine Baustelle, die Straße wird verbreitert. Das ist überall in Marokko wahr zu nehmen. Es wird fleißig an der Infrastruktur gearbeitet.
20 Kilometer geht es bergauf, 750 Höhenmeter sind zu überwinden. Auf dem Paß in ca. 1.700 Meter bläst schon ein mäßiger Wind – im Moment noch Rückenwind. Dann rolle ich fast durchgehend gut 10 Kilometer hinunter. Soll ich mich freuen oder…? Da muss ich auch wieder hinauf wenn ich zurück fahren werde. Aber erstmal macht es Spaß. Es hat fast keinen Verkehr und nach der relativ monotonen Strecke wird es immer schöner. Felsen wie im Grand Canyon bzw. im Westen der USA tauchen auf. Ich mache viele Fotostopps und genieße die Szenerie. Um ca. 12:45 Uhr bin ich im Valley d’Ait Mansour, einer wunderschönen und wenig bekannten Palmenoase. Schlagartig fahre ich durch Palmenhaine und kann es kaum fassen, es ist wie im Garten Eden. Teilweise kommt die Sonne fast nicht durch, so üppig wächst hier alles. Nach jeder Kurve tun sich neue Highlights auf. Wohl wissend, dass ich diese Strecke auf wieder bergauf zurückfahren muss. Aber das ist bei dieser Pracht eine Nebensächlichkeit. Ich fahre weiter, immer nur kurze Strecken da die Fotomotive zahlreich und endlos schön sind. Die Leute winken freundlich, ein Small Talk mit einem Berber und dann mache ich mich wieder auf den Rückweg, da es eine ordentliche Strecke mit vielen Höhenmetern ist.
Ich muss mir die Unterstützung beim E-Bike gut einteilen, damit ich den Retourweg problemlos schaffe. Es bläst ein starker Gegenwind, auf das hätte ich gerne verzichten können und kostet mehr Energie – beim Akku und in meinen Beinen. Vor dem Erreichen der Passhöhe wird es sehr kalt und ich ziehe mir die Überhose und eine zusätzliche Jacke an. Ohne diese Windbreaker würde die Muskulatur zu sehr abkühlen.
Ich bin froh, als ich dann auf der Passhöhe bin und eine ca. 20 Kilometer lange Abfahrt vor mir habe. Wahrlich ein Genuss, flott hinunter zu rollen. Als ich ziemlich weit unten bin entscheide ich kurzfristig, noch einen Schlenker zu den Blauen Felsen (Painted Rocks) zu machen. Ich habe mich wieder gut erholen können und dieser kleine Umweg ist die zusätzliche Mühe wert.
Danach geht es über eine Offroad-Piste weiter und es ist schön nach der Asphalt-Strecke wieder ein wenig im Gelände zu fahren.
Bald bin ich zurück beim Womo. 74 Kilometer und 1.350 Höhenmeter sind zusammen gekommen. Schön war’s – morgen wird es gemütlicher!