11.02.2026, Mittwoch

8 Länder – 7 Monate – 1 Traum: Tag 149 von ca. 200 Tagen
Kontakt: g@schabus.info

MA: Chichaoua > MA: Marrakesch
81 Tageskilometer, 9.330 Gesamtkilometer (davon 3.524 in Marokko)
Min.-Temp. 15°, Max.-Temp. 26°, 457 m über dem Meer
Sonnenaufgang 08:18 Uhr, Sonnenuntergang 19:16 Uhr
Wetter: sonnig und sehr warm. Schwacher Wind.

Nach einer ruhigen Nacht mit einigen anderen Campern auf dem Parkplatz fängt der Tag recht warm mit 15 Grad an. Es ist wolkenlos und um 9 Uhr bin schon auf der Straße Richtung Marrakesch. Es sind nur 81 Kilometer und im Einzugsgebiet der großen Stadt hat es schon lange vor dem Erreichen des Zentrums viel Verkehr. Es gibt zwar Verkehrsregeln und viele Polizeikontrollen, aber irgendwie könnte man die Fahrweise „Freistil“ nennen. Es geht schon ziemlich rund, andererseits im Vergleich zu Nairobi, wo ich viele Jahre in der Stadt gefahren bin, doch recht geordnet. Viele fahren diszipliniert, einzelne Ungeduldige und Drängler gibt es überall. Ich steuere einen bewachten Parkplatz an, welcher in relativ geringer Distanz zur Medina liegt. Die Einfahrt und das Einparken ist Zentimeterarbeit, aber das klappt auch und schon bald stehe ich gut. Ganz ruhig wird die Nacht nicht werden, das ist in einer solchen Lage schon klar, aber für 2 oder ev. 3 Nächte ist die Zentrumsnähe für mich entscheidend.
Marrakesch – was für ein klingender Name. Der kommt einem immer wieder unter und jetzt: bin ich da, her gefahren, angekommen in dieser sagenumwobenen und pulsierenden orientalischen Stadt! Yeah!!
Da es heute noch viele Kilometer zu Fuß werden, nehme ich zuerst ein Tuktuk. Er will 50 MAD (5 Euro), wir einigen uns auf 10 MAD. Dann schließe ich mich unauffällig einer österreichisch/deutschen Touristengruppe an und nach einem Gewürzsouk gehe ich mit in den Bahia-Palast. Prunkvolle Wand- und Deckenverzierungen lassen Erinnerungen an die Alhambra in Granada aufkommen, aber die ist eine andere Klasse.
Dann gehe ich weiter durch den Souk, schaue mich um einen Berber-Läufer für’s Womo um und auch für Djellabas, traditionellen marokkanischen Jacken mit Kapuzen, für Camper-Freunde aus Tirol die schon in Spanien sind, um. Die Händler sind überraschend angenehm, nicht aufdringlich (mit 2 Ausnahmen) und schlussendlich komme ich zum Djemaa el-Fna Platz, wo vor langer Zeit Leute hingerichtet worden sind. Heute sind dort Schlangenbeschwörer und eine Vielzahl von Händlern und am späteren Nachmittag werden die Essensküchen, Tische und Bänke als Restaurant aufgestellt.
Ich gehe weiter zum Majorelle-Garten, welcher weitere 2,5 km entfernt ist. Bei 26 Grad im Schatten bin ich zu warm angezogen (lange Hose) und als ich ankomme stelle ich fest, daß Tickets nur online erhältlich und für heute ausverkauft sind. Also morgen um 15 Uhr nochmals hin, das Ticket habe ich mir in der Zwischenzeit gebucht.
Ich frage einen Taxifahrer, was die Fahrt zurück zum Djemaa el-Fna Platz kostet – feilschen > 80, nein 20, nein 50, maximal 30 – ok, und ich steige ein.
Dort sehe ich mich nochmals ein bisschen um und es gibt mehr als Alles. Auch gebrauchte Gebisse, Zähne, Kobra-Schlangen und dressierte Äffchen (die armen Tiere), was ich alles links liegen lasse und schlendere wieder durch die engen Gassen zurück.
Es sind sehr viele Touristen aus aller Welt da, die Atmosphäre ist locker und sicher. Einheimische und ausländische Frauen tragen meistens kein Kopftuch, alles sieht sehr westlich und fortschrittlich aus.
Ich schlendere wieder durch enge Gassen zurück, die Suche nach meinem Berber-Läufer ist erfolglos da alle etwas breiter sind und bei mir nicht ins Womo rein passen.
Ich kaufe noch eine schöne Keramik-Zuckerdose und schon bald bin ich zurück beim Fahrzeug. 11 km und ein bisschen Schwitzen haben gut getan, auch die heiße Dusche ist jetzt eine Wohltat.